Eine Woche Heimaturlaub
...und das erste Mal seit 3 Monaten wieder Zürichs Boden unter den Füssen. Der Zustand des Kulturschocks erreicht mich bereits im Flugzeug (Anmerkung: lediglich 10 min Abflugverspätung trotz fehlendem Schönefeld-Flughafen). Während meine Ellbogen unauffällig versuchen sich den bezahlten Platz auf der Swiss-Sitzarmlehne zu erkämpfen, werden die Ohren vom Wortschwall des Sitznachbarn vergewaltigt. Als Geschäftsführer eines selbstverständlich erfolgreichen Schweizer Handtaschenlabels, weigert er sich von mir abzulassen, bis ich mich überzeugt davon zeige, dass seine Damenkollektion garantiert etwas für mich zu bieten hat. Meine deutlichen Einwände, dass ich mir wirklich nichts aus Weibertaschen im Krokolook mache, und ich definitiv lieber das Zollfrei-Angebots-Magazin durchblättern will, ignoriert er pflichtbewusst. Schliesslich reden wir Schweizer ja in versteckten Botschaften und somit heisst dann mein 'Nein danke' plötzlich 'Hmm tja, vielleicht? Wer weiss, eventuell?'. In windesweile Umgewöhnen ist angesagt. Diplomatisches Drumrum-Reden. Aber erst wenn wir gelandet sind denn zuerst werden demonstrativ die Kopfhörer aufgesetzt. Hilft auch gegen die Schnarchattacke vom Sitznachbarn am Fensterplatz. Warum nur besteht Mann auf den Aussichtsplatz, wenn nicht nur das Startmanöver, sondern gleich der ganze Flug verpennt werden???
Nächster Schock lauert in Form von Essen, bzw. den Zahlen, welche dem Essen den Verkaufswert aufdrücken... Auch der Rückzug vom überteuerten Flughafen in den kostengünstigeren Kreis 4 kann die eine Sache nicht verschleiern: Zürich ist schweineteuer. Punkt.
Aber schön... Auch wenn das Caliente in seiner Form meiner Meinung nach nicht dazu beiträgt, doch Scherben und Pissgestank gehören zum Glück dank Schweizer Hang zu Hygiene und Ordnung sehr schnell der Vergangenheit an.
Die 800km- Distanz erlaubt mir nun entspannt zurück zu blicken auf einige sehr intensive Wochen in Berlin . Chronologische Reihenfolge wird nicht garantiert.
Zu Beginn
...gleich mal ein dickes Angeberfoto. Zwar ist es nun nicht gerade so, dass Dominic Raake und ich Big Buddys sind, aber man achte bitte auf beider entspannter Lächeln und Vorliebe für Denim!
Tatort: Drehpause.
Ist zwar höchst illegal aber da ich ja jetzt goodfriends mit dem Herr Kommissär bin, kann ich auch mal ein Foti vom Dreh wagen...
Drah' di net um - oh, oh, oh
Schau, schau, der Kommissar geht um - oh, oh, oh
Er wird di anschau'n und du weißt warum,
die Lebenslust bringt di um
Alles klar Herr Kommissar?
Schau, schau, der Kommissar geht um - oh, oh, oh
Er wird di anschau'n und du weißt warum,
die Lebenslust bringt di um
Alles klar Herr Kommissar?
Tatort Nr. 2: Drehende und die richtige Transportmittelwahl.
Weiteres Highlight
...der letzen Tage ist klar die Bread & Butter Messe im Tempelhof. Einmal mehr beweist der ehemalige Flughafen, dass er eine der spektakulärsten Ausstellungsplattformen überhaupt bietet.
Veranstalter und Aussteller gleichermassen lassen sich dementsprechend nicht lumpen.
Zufällig ausgesuchte Beispiele:
Details halt eben, welche Männer- ...
....und Frauenherzen höher schlagen lassen.
...Wow-Modeshow in der ausgedienten Ankunftshalle...
(Man beachte die Deckendeko!)
...Auftakts-Operngesang aus dem Ruderboot und...
... geflutete Konzertbühne an der Eröffnungsfeier der B&B.
Des Weiteren fehlen weder Kleiderpuppen für jeden Gusto...
...noch Spielzeuge aller Art...
(Spielerlaubnis wurde erteilt)
Apropos Spiel:
Wider erwarten war die EM-Zeit eine wundervoll friedliche und schöne Phase im Berliner Alltag. Selbst Fussball-Ignoranten kamen nicht umhin den Urlaub-ähnlichen Zustand zu geniessen- wo an jeder Strassenecke wahllos Sitzgelegenheiten und Fernseher rausgestellt wurden und sich Wildfremde während +/- 90 Minuten zusammenfanden und gemeinsam hofften. Des Deutschen Wissen über den internationalen Fussball der letzten 20 Jahre ist bemerkenswert. Gehört wohl zur Allgemeinbildung. Gut verlieren war dieses Mal angesagt. Hut ab.
Spielen tun sie auch auf der Strasse und mit weniger rundem Instrument. Überall. Dass man in Berlin als Musiker praktisch überall auf den Strassen ohne irgendeine Erlaubnis musizieren darf ist wohltuend.
Ausser man sitzt nach einem langen Bürotag mit Kopfschmerzen in der U1, eine Horde zu gut gelaunter Balkan-Musiker stürmt deinen Waggon und die Möchte-gern-Goran-Bregovic-Band gibt ihre Lebensfreude lautstark zum besten. Aber alles kann man auch in Berlin nicht haben.
Dafür fliegen hier textile Vögel rum und...
...Herzen gibt es hier auch jede Menge zu verschenken.
Ick freu' mich also auf den letzten Monat da oben, aber bis es soweit ist, geniesse ich gerne die Heimat...
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