Sonntag, 3. Juni 2012

Wetter und so


Heute habe ich, das erste Mal seit ich hier bin, überzeugenden Regen erlebt. Über mehrere Stunden anhaltender, einigermassen dichter Regen. Glücklicherweise ist der Asphalt hier derselbe wie andernorts... Somit ist der Geruch von frischen Regentropfen auf aufgewärmten Strassen auch derselbe. Es gibt nichts das besser riechen könnte in so einem Moment.

Geschneit hat es vor einigen Tagen auch. Und das bei 27 Grad! Schuld daran sind Pappeln die hier so selbstverständlich und zahlreich rumstehen wie in Samoa die Palmen.  Wer vermutet, dass die kriegreichen Zeiten massive Löcher in den Berliner Baumbestand geschlagen haben irrt sich gewaltig. Nirgendwo habe ich in einer Stadt so viele und v.a. so alte Bäume gesehen. Und damit das auch so bleibt, werden Pollen in Form weisser Wattebällchen losgelassen, als gäbe es das Brandenburger Tor von feindlichen Angriffen zu verteidigen.
Apropos Brandenburger Tor: das hat echt was und ist somit mein heutiger Touri-Tipp. Aber nur frühmorgens oder nach 19.30 Uhr hingehen!  


Aber zurück zu den Bäumen. Allergiker sollten sich nicht hindern lassen nach Berlin zu kommen- das sage ich als supersensible Schnupfnase.  Das Zeug wird durch den (fast) permanenten leichten Wind zwar stetig umhergeweht, aber irgendwie bekommt man das kaum zu spüren. Kann das nicht wirklich begründen. Zur Not gibt es ja aber immer Tabletten- und die sind hier ja eh günstiger sind zu kaufen...

Noch mehr Bäume habe ich an meinem ersten Wochenende ausserhalb Berlins erlebt. Für einen Tag in die Suburbs, das Berliner Umland. 20 Minuten Autofahrt von Kreuzberg quer durch Mitte, entlang Hitlers Siegesallee bis zum Sacrowersee. Kaum vorstellbar dass das hier am Rande einer Grossstadt liegt und nicht mindestens 500km weitab von Wohngebiet.... Ich bin echt baff. So viele Wälder und so viel Wasser hätte ich trotz ‚Vorwarnung’ meines Lokalguides nicht erwartet. Das volle Programm: Seen, Bäume, Kuckucksgedüdel. 




Natur ist hier übrigens ein grosses Thema. Der Vergänglichkeit ihrer nimmt sich folgendes Projekt an. Ziemlich eindrücklich meine ich. www.carbonvirgin.com


Die immer gleiche Pfütze über eine Woche hinweg.


Kunst ist dauerpräsent. Auch für Laien wie mich. Mittlerweile (nach zig Diskussionen über Szene hier und anderswo) bin ich zum Schluss gelangt, dass zwar Quantität nicht automatisch höhere Qualität hervorbringen muss (Unmengen an Kreativität ist hier mehr als augenscheinlich), dass aber, wenn wie hier eine Selbstverständlichkeit dem Schaffen gegenüber vorherrscht (ohne dass der erste Strich in Frage gestellt wird) automatisch viel mehr Raum für Kreativität bleibt. Und irgendwann ergibt die Menge ja auch mal Qualität. Mir jedenfalls gefällt das augenscheinliche.

Schön wenn das dann auch auf das Alltägliche überschwabbt... Hat die SBB Playmobil um auf Bahnhof-Baustellen aufmerksam zu machen?


Habe ob so viel Sinn für Abwechslung für heute keine Worte mehr. Drum bleibt mir einfach noch ein weiterer Touri-Tipp:

Absolut sehenswert die 2700 Beton-Stelen und das unterirdische Infozentrum des Holocaust-Mahnmals.


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